Einer der wunderbarsten, schönsten und bekanntesten Vögel unserer Heimat, der Weißstorch (Ciconia Ciconia), hat es wirklich nicht einfach. Noch immer gehört er zu den bedrohten Vogelarten und nur selten bekommt man bei uns in Osthessen einen Storch zu sehen. Gab es um 1930 noch über 9000 Störche in Deutschland, ging ihr Bestand bis in die 50er Jahre rapide zurück und liegt seither zwischen 4000 und 5000 Tieren. Durch unüberlegte Maßnahmen in der Landwirtschaft, Trockenlegung vieler Feucht- und Überschwemmungsgebiete und die übermäßige Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln wurde dem Storch mehr und mehr die Nahrungsbeschaffung erschwert und in manchen Gebieten ganz unmöglich gemacht. Mittlerweile ist man sich der Verantwortung gegenüber der Natur und damit auch dem Weißstorch bewußt geworden und versucht gemachte Fehler wieder zu beheben. Hierbei spielt der NABU (Naturschutzbund – Deutschland) eine Vorreiterrolle und hilft dem Storch durch unterschiedliche Projekte. Auch der Privatmensch kann sich nützlich machen und dem Vogel helfen sich in Deutschland wieder heimisch zu fühlen. In Steinau a.d.S. gibt es seit vielen Jahren schon wieder brütende Störche. Nun haben es sich drei Männer, Erich Koch, Oliver A. Trunk und Berthold Hochstadt, zur Aufgabe gemacht und wollen den Storch auch weiter nach Osthessen locken. Mit einer errichteten Nisthilfe auf dem Dach einer Scheune, in der Nähe des Landhotels Hessenmühle in Kleinlüder, soll der Storch angelockt werden. Die vielen Feuchtgebiete im Lüdertal und in der Region rund um Fulda und Lauterbach, bieten alles, was er zum Leben benötigt.
Ist der erste Storch eingezogen, soll das Geschehen am Nest mit Hilfe einer Webcam beobachtet werden können, so Erich Koch von der Hessenmühle. Man darf gespannt sein ob die Konstruktion (nach Vorgaben des NABU) den Störchen gerecht wird und man ihn im Sommer endlich wieder auf den Wiesen und Feldern auch in Osthessen bei der Futtersuche beobachten kann.
von Oliver A. Trunk (veröffentlicht in FZ und Osthessennews.de)